Nachtsichttechnologie

 

In der Nachtsichttechnik unterscheidet man zwischen unterschiedlichen Technologien, welche das Beobachten über die Möglichkeiten des menschlichen Auges hinaus bei Dämmerung, Nacht oder völliger Dunkelheit ermöglichen.

Die beiden Haupttechnologien sind hierbei Bildverstärker (Restlichtverstärker) und Wärmebildgeräte (Thermaltechnologie). Andere Technologien wie z.B. Schall-, Mikrowellen- bzw. Radarsichttechnologien sind derzeit entweder noch nicht ausgereift oder für den zivilen Nutzer unerschwinglich.

 


Welche Vorteile hat ein Wärmebildgeräte (WBG) gegenüber einem Restlichtverstärker / Bildverstärker (BIV)?
 

Ein WBG ist nicht auf Licht angewiesen.

Selbst in einem völlig dunklen Raum kann man mit ihm sehen, während ein BIV hierzu eine zusätzliche Lichtquelle aus dem sichtbaren oder Infrarotlichtbereich benötigt.

Ein WBG ist vollkommen passiv.

Es benötigt lediglich die natürliche Wärmesignatur eines Objekts um dieses darzustellen und nicht wie bei einem BIV die Restlichtreflektion, welche je nach Witterung und Umgebung mittels Infrarotlaser aufgehellt werden muss. Ein Infrarotlaser eines BIV kann so durch andere BIV Geräte sofort erkannt werden, da es wie eine eingeschaltene Taschenlampe wirkt.

 

Ein WBG zeigt Lebewesen deutlich an.
Da bei einem BIV die Reflektionscharakteristik eines Objekts das man betrachtet entscheidend sind, gibt es viele natürliche und künstliche Möglichkeiten den Restlichtverstärker zu täuschen und zu stören. Insgesamt hebt sich ein Objekt oder Lebewesen jedoch nie derart klar von dem Hintergrund ab, wie es ein WBG ermöglicht. Das dem Benutzer dargestellte Bild eines WBG zeigt deutlich die Temperaturunterschiede zwischen dem Hintergrund und dem Mensch oder Tier im Vordergrund, da sich die Körpertemperatur eines Lebewesens im Regelfall deutlich von der Umgebungstemperatur unterscheidet.
 

Ein WBG zeigt Neues.
Über ein WBG kann man viele Dinge sehen, welche man sonst nie wahrnehmen würde. So sieht man z.B. bei verputzten Häusern, noch das Fachwerk hindurch, da die Dämmeigenschaften von Holz und Stroh/Lehm dazwischen unterschiedlich sind. Während man also mit normalem Auge nur eine eintönige Wand sieht, zeigt das WBG noch was darunter verborgen liegt. Ähnlich verhält es sich auch bei der Betrachtung von Fahrzeugen. So kann man deutlich unterscheiden, ob ein Fahrzeug schon längere Zeit steht oder gerade erst abgestellt wurde, da dessen Motorhaube, Kühlergrill und Bremsscheiben hell im Display aufleuchten. Je nach Empfindlichkeit des Geräts und Eigenschaften bestimmter Oberflächen kann man sogar auf glattem Boden noch kurze Zeit nach Vorbeigehen einer Person die Fußabdrücke (Reibungswärme) oder Handabdrücke an Türklinken sehen.

Ein WBG ist bei Tag und Nacht uneingeschränkt einsatzfähig.
Ein BIV kann bei Einfall von normalem oder starken Licht zerstört werden. Meist reicht es, wenn eine starke Taschenlampe auf das Objektiv gerichtet wird oder man es versehentlich am hellen Tage einschaltet. Dabei verbrennt die Flut der Photonen die Bildverstärkerröhre, welche nur dafür ausgelegt ist mit schwachen Lichtresten zu arbeiten – es ist als würde man mit einem Fernglas in die Sonne schauen. Ein WBG hingegen arbeitet nur mit der Wärmestrahlung und ist selbst extremer Wärmestrahlung gegenüber unempfindlich. Egal ob bei Tag oder bei Nacht, versehentlich kann das Gerät nicht zerstört werden.


Ein WBG bringt Farbe ins Bild.

Während alle BIV ein grünes oder schwarz/weißes Bild darstellen, können viele WBG das gesehene Bild mit künstlichen generierten Farben darstellen. Dies betrifft hauptsächlich neuere WBG, da ältere Geräte oft ebenfalls nur in schwarz/weiß darstellen. Der Vorteil der Farben im Videobild liegen klar auf der Hand. Je nach Einstellung kann man Lebewesen in z.B. Gelb/Rot darstellen, während der Hintergrund (z.B. Wald) weiterhin in schwarz weiß bleibt. Dies hebt den eh schon deutlicheren Kontrast zwischen Wärmequellen und Hintergründen abermals an. Moderne Geräte bieten viele farbige Darstellungs-Modi über das klassische schwarz/weiß hinaus.

Ein WBG hat mehr Reichweite.
Da die Wärmebildgeräte mit der Thermalstrahlung im Mittleren-Infrarotbereich (MIR) arbeiten, erzielt man im Regelfall deutlich höhere Reichweiten bei Dämmerung und Nacht, als mit einem BIV, welcher im Nahen-Infrarotbereich (NIR) arbeitet. Das Menschliche Auge liegt zwischen 380 - 780nm Lichtwellenlänge, die es sehen kann. Ein WBG macht für das Auge Lichtwellen im sehr großen Spektrum von 3.000 - 50.000nm (MIR Bereich) sichtbar – ein BIV nur im Bereich von 780 – 3.000nm (NIR Bereich).


Thermale Barrieren.

Während man mit einem BIV durch Glasscheiben hindurchschauen kann, wirkt diese bei einem WBG wie ein Spiegel, in welchem man die Wärmereflektion der Umgebung sieht. Dies kommt daher, dass eine Glasscheibe anhand Ihrer Isolationseigenschaften eine thermale Barriere darstellt und ein Durchdringen der Wärmestrahlung der Objekte dahinter unterbindet. Hingegen kann man durch dünne aber blickdichte Materialien die ein BIV nicht durchschauen kann wie z.B. Seide, dünne Plastiktüten etc. hindurchschauen.

 

 

Kosten

 

Wärmebildgeräte waren bis vor wenigen Jahren für den Privatunden unerschwinglich. Geräte die heute zwischen 3.000 - 4.000€ liegen, wären an deren Leistung gemessen, bis vor 10 Jahren mehrere zehntausend Euro gekostet. Die Technologie wurde über die letzten Jahre deutlich anwendungsfreundlicher. So ist die Größe der für Privatkunden relevanten Geräte zwischenzeitlich auf die anderer optischen Geräte wie Ferngläser, Spektive etc. geschrumpft, der Preis deutlich gefallen und vor allem der Stromverbrauch deutlich auf sehr lange Anwendungszeiträume gesenkt worden.

 

Im Vergleich zu Restlichtverstärkern die leistungstechnisch nutzbar sind (Damit sind nicht die günstigen Kaffehaus-Geräte gemeint, bei denen man mit bloßem Auge meist noch mehr sieht und die Beobachtung mit Pixelzählen verbringt), liegt ein brauchbares Wärmebildgerät meist nur wenige hundert Euro darüber. Wie in jedem Bereich gibt es bei Nachtsichtgeräten Ramsch und Nützliches. Spitzentechnologie kostet leider nun einmal Geld und aus aller Erfahrung heraus ist billig gekauft meist mehrfach gekauft. Ein hoher Preis sagt aber ebenfalls nicht alles über die Qualität eines Produktes aus. Vorallem US Hersteller ruhen sich derzeit auf ihrem Namen aus, während Produkte aus Russland oder Asien längst in Preis/Leistung diese überholt haben. Die Geräte von denen wir überzeugt sind, finden Sie in der Rubrik "Geräte".

 

Dennoch sind WBG anhand der aktuellen Kosten noch keine Jedermanngeräte, die man sich einfach so kauft. Die Frage die sich jedem Käufer letztlich stellen sollte ist immer die, ob man lieber noch etwas Geld spart und zur etwas günstigeren Restlichttechnik greift (welche ausreichen könnte) -oder- etwas mehr investiert und die vielen Vorteile von Wärmebildgeräten nutzt und sich so auch für ambitioniertere Anwendungen rüstet.

Wir beraten wir Sie gerne kostenlos und spezifisch auf Ihre geplanten Anwendungsinteressen zum Thema Nachtsichttechnik. Schreiben Sie uns einfach eine Mail über das Kontaktformular oder auf Info@exondo.de -oder- rufen Sie uns zum normalen Festnetztarif an unter: 07431 / 948 53 92.